„Erzwungene“ Perspektive

BlogVeröffentlicht am 8. August 2011 Keine Kommentare

Was könnte man darunter verstehen?

Sie kennen diese „merkwürdigen“ Leute, die im Urlaub vor bekannten Sehenswürdigkeiten, die wildesten Verrenkungen machen? Nun, wahrscheinlich möchten sie höchstpersönlich den schiefen Turm von Pisa wieder geraderücken oder die Sphinx küssen!

Die Rede ist von der erzwungenen Perspektive, einer Technik, die hauptsächlich in Film, Kunst und Architektur eingesetzt wird. Sie dient dazu, Objekte, entgegen realen Größenverhältnissen, größer, kleiner oder näher/weiter weg erscheinen zu lassen. Erreicht wird dies durch das Verhältnis zwischen Positionierung der gefilmten oder fotografierten Objekte, Stellung der Kamera und Standpunkt des Betrachters. Die optische Täuschung die dadurch entsteht, machten sich insbesondere Filmproduktionen der 50er und 60er Jahre zunutze, die damals noch nicht über  3D-Software verfügten.
Ein typischer Einsatz findet sich beispielsweise für die unterschiedliche Körpergröße von Menschen. Peter Jackson’s „Der Herr der Ringe“ zB, macht sich die Kunst der erzwungenen Perspektive fast ständig zunutze, um Zwerge und Hobbits kleiner als die übrigen Menschen erscheinen zu lassen. Indem diese sehr nah an der Kamera positioniert werden, die „Normalgroßen“ aber weiter entfernt von der Kamera stehen, wirken sie im Standbild unterschiedlich groß. Ein weitaus ausgefeilteres Verfahren kommt zum Einsatz, wenn diese Größenverhältnisse auch in bewegten Szenen beibehalten werden müssen: Dann nämlich werden die unterschiedlich groß zu wirkenden Gegenstände/Menschen auf beweglichen Plattformen gelagert, welche bei Bewegungen der Kamera exakt synchron verschoben werden, so dass die optische Täuschung gewahrt bleibt.

Selber macht es höllischen Spass mit der Digicam solche Fotos zu knipsen, die oftmals nicht wenig Konzentration erfordern. Mithilfe des Displays sieht man ja auch sofort ob der Effekt richtig „rüberkommt“ oder nicht.

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